Mittwoch, 15. Oktober 2008

I'm walking... Chaoyang Park und zurück in den Süden



3. Ringstrasse unterqueren
Unter der dritten Ringstrasse durch, überquere ich ca. 10 Spuren und lege sicherlich 80 Meter auf diesem Zebrastreifen, der auch keiner ist, zurück.
Ich komme weiter in den Osten, auf der Chaoyang Gongyuan Strasse, die am südlichen Ende des riesigen Chaoyang Parks enlang bis zur vierten Ringstrasse führt.
An dieser Strasse hatten wir insgesamt drei verschiedene Wohnkomplexe, und ich weiss nicht mehr wieviele, Wohnungen besichtigt (Park Apartments, das waren die mit den großen Ess- und Wohnzimmern und der schönen Küche. Palm Springs (mit dem vielen Gold im Club) und Park Avenue (diese Namen meimeimei.))

Ausreichend Zeit, um auch IN den Park zu gehen, habe ich leider nicht mehr, so schaue ich mir diese Hauptverkehrs-Strasse zur Hauptverkehrs-Zeit und die wenigen Seitenstrassen genauer an.

Wie schon vermutet, nicht die allerschönste und neueste Gegend. Mal von den Apartmenthäusern und vielleicht drei anderen Komplexen abgesehen, eher sozialistischer Plattenbau-Baustil, sehr viel "chinesischer" hier oben als im CBD. Was ja im Prinzip nicht schlechter ist. Kommt halt immer drauf an, was man will.

Im Chaoyang Park könnte man bspw. stundenlang joggen, ohne dass man denselben Weg zweimal nehmen müsste. Allerdings ist die Gegend ansonsten eher langweilig. Und die letzte U-Bahn Station war an der 3. Ringstrasse. Ein klares Minus.
Die Strasse ist wirklich stark befahren und sehr laut. Noch ein Minus.

Rad kaputt?
Kein Problem, ganz Beijing ist voll mit Fahrrad-Reparateuren. Die bauen ihre mobile Werkstatt frühmorgens an ihrer Ecke auf, und spätabends wieder ab. Die sieht man in der ganzen Stadt zahlreich.


Meistens sind sie bei einem der gebührenpflichtigen Fahrrad-Parkplätze mit dabei, da kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Rad gegen kleines Geld unterstellen, und auch noch reparieren lassen, während man die Einkäufe erledigt. Großartiges Prinzip.
Und fast rund um die Uhr geöffnet. Und keine Mittagspause. Bin echt gespannt, ob die das auch im Winter so machen.

Buchläden Auf ein drittel Parkhöhe biege ab nach Süden, in die Tianshuiyuan Strasse, und komme wieder an dem "Subway"-Imbissladen vorbei, in den uns Sabrina zur Mittagspause beim Wohnungsmarathon geführt hat.

Buchläden, und immer gleich richtig Große, gibt es wirklich viele. Auch welche, die internationale Literatur in der jeweiligen Landessprache offerieren, also nicht in Zeichen geschrieben sind.
Um diesen oder einen der Anderen von innen zu sehen, müssen wir wohl ein andermal herkommen, eine kurze Woche reicht dafür nicht. Auch 11 Tage sind bei weitem nicht genug um diese Stadt, oder einen Teil davon, richtig anzuschauen.

Noch 'ne Baustelle
Auch hier in der Strasse wird viel gebaut. Noch ein Apartmentkomplex, noch ein Shopping-Center, höher, funkelnder, heller. Abgefahren. Die Stadt ist sowas von abgefahren!

Hinterhöfe
Blick hinter eine Mauer, die eigentlich typischerweise die traditionellen chinesischen Hofhäuser und Altstädte eingrenzt. Hier ein nicht ganz so alter, aber doch älterer Block. Lauter niedrige Häuser, und viel Platz zum Spielen.

Rechts ab geht's
nach Westen in die Chaoyang North Street. Warum die Nord heisst, wo sie doch einen Block südlich des Parks verläuft, wer kann das schon erraten? Ich mache mir weiter keine Sorgen, da ich auch schon fast den CCTV Bogen zwischen den Plattenbauten sehen kann. Hier kann man sich kaum verlaufen.
Alle Strassen sind schachbrettartig angeordnet und verlaufen entweder von Ost nach West oder von Nord nach Süd. Keine Einbahnstrassen, ausser es ist grad ne Baustelle, da kann's schonmal sein, dass was gesperrt ist.

An der Ecke ist eine Art Busbahnhof oder Bushaltestelle an der viele Linien zusammenführen. Volles Verkehrschaos, so scheint es, und reges Bus- und Fußgängertreiben. Blick nach rechts und ich sehe wieder hinter die Mauer an der ich schon ein Weilchen entlanglaufe. Ein Imbiss. Aber ich hab noch immer keinen Hunger. Ich kann noch gut auskommen, bis wir heut Abend wieder zum Essen gehen.

Die Post
ist hier grün. Und je näher ich der dritten Ringstrasse komme, desto glitzernder werden die Häuser wieder.

Öffentliche Toiletten
Gibt es in Beijing wirklich viele, da sollte sich Ulm mal ein Beispiel nehmen. Ausserdem kosten sie nichts. Da macht es fast nichts aus, wenn es nur ein großer Raum mit Löchern im Boden ist.
Wer sich noch an Arndt's Geschichte erinnert. Sehr eigenartiges Erlebnis, muss das sein.
Ich muss nicht, und kann deswegen auch nicht testen, ob die neueren Modelle auch keine Privatsphäre beim Pinkeln bieten, oder ob bei den Damen wenigstens Wände zwischen dem Bodenporzellan angebracht sind. Im Ritan Park bspw. sind's ja ganz normale Kabinen mit Tür.

Ich kann aber schliesslich nicht jedes Rätsel schon beim ersten Besuch lösen. Ich heb mir noch was für's zweite Mal auf. *lach*

Pizza Hut
Lieferservice. Wagenpark. Erst dacht ich, die gehören zum japanischen Restaurant (das sieht auch nett aus, müssen wir auch mal testen), aber dann hab ich den unverwechselbaren "Hut" auf den roten Boxen gesehen.
Frage mich, welchen Lieferradius die mit dem Radl schaffen...

Fußgängerlotse
Nette Sache, nur: der hilft mir und den anderen Leuten kaum. Wir gehen trotzdem irgendwie zwischen Autos durch, müssen warten, bis die Rechtsabbieger durch sind.

Aber der Mann, und noch Tausend andere in dieser Stadt, haben Arbeit. Rote Fähnchen schwingen ist ja hier sehr beliebt. ABM à la China.

Zurück im Central Business District
Ja, ich glaube, wenn man in einer richtigen Großstadt wohnt, dann muss es SO aussehen.
Allerdings will ich gar nicht wisse, was aus diesem Kamin kommt, der grad mal ans untere Drittel des Hochhauses ranreicht...

Copyright?
Die wissen hier doch gar nicht wie man das schreibt. Was da drin dann gemacht wird? Rätsel über Rätsel.

Ich geniesse noch das Feierabendtreiben unter und neben der 3. Ringstrasse, und komme kurz nach Einbruch der Dunkelheit wieder am Hotel an.
Arndt kommt kurz nach mir zurück und wir beschliessen heute abend die Snacks auf dem Nachtmarkt zu versuchen. Da solls Skorpion und Heuschrecken am Spieß geben. *yummie*

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