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Donnerstag, 12. Februar 2009

Olé olé, die Svenja ist da!

Hallo und Willkommen, das ist ja sooo schön! *freufreu*

Freitag, 9. Januar 2009

Pheew, alles gut. Mal sehen wie lange :-).

Dass aber immer noch solche Schreckmomente kommen können. Wie gut, dass unsere neuen gelben Freunde schon viel früher als wir hier im Tal der Sorglosen mit der Arbeit beginnen. Liyue hats endlich verstanden. Alles wird gut.

Arndt kann, sobald der Visumsantrag für das Z Visum durch ist, einreisen sich dann in der Polizeistation des Viertels melden, den benötigten Wisch dort abholen, und dann das Work Visum beantragen.
.
Ist doch alles gar nicht so schwer.
.
Und mich kriegen wir da auch noch rein, irgendwie :-). Bin da ganz zuversichtlich.

Dienstag, 30. Dezember 2008

Wir haben eine Adresse in Beijing!

*lol*, wie geil ist DAS denn? GoogleMaps ist sich nur nicht ganz sicher und kennt die Adresse noch nicht so richtig. Kein Wunder, das Apartmenthaus wird ja grad erst eröffnet... Unterhalb der Blase mit dem C, da steht es wirklich.

Größere Kartenansicht

Für die Westler:
Unit 2815, Building No. 6, Fortune Plaza,
7 DongSanHuan Middle Road, Chaoyang District,
Beijing PR China, 100020

In Schriftzeichen (praktisch ums dem Taxifahrer zu ZEIGEN):
北京市东三环中路七号院六号楼2815房间

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Ich und mein Teebecher

Jeder Grünteekulttrinker wird sich die Augen reiben, die Haare raufen, und denken dass das ja wohl nicht wahr sein kann. Guten chinesischen Tee aus sonem Plastikbecher zu trinken, nennen die Teezeremonienmeister vermutlich schändlich.

Aber ich bin, seit ich so ein Teil zum ersten Mal gesehen habe, ein Riesenfan davon. Ich und mein Teebecher sind seither unzertrennlich. Jiayu Cup nennt sich das Plastikding auf Neuchinesisch. Absolut dicht, auch mit sehr heissem Tee drin. In Peking (vermute auch sonst im Land) DAS Ding zum Teemitnehmen. Und ich mach mit.

Bestens geeignet für Jasmintee, Chrysanthementee, Rosentee, alle Sachen die eben nicht bitter werden, wenn sie da ein Weilchen drin rumstehen.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Noodle Loft



Mittagessen
Ich wurde gefragt, was ich gerne essen würde oder mag. Ich sag "Chinesisch! Nudeln!", und ab geht's ins Noodle Loft. Es gibt davon zwei Restaurants im Chaoyang District. Feinerle, ich weiss allerdings nicht, in welchem ich war.
So ist das, wenn man mit dem Taxi durch die Stadt gefahren wird, und man keine Ahnung hat, in welche Richtung man sich fortbewegt. Ausserdem quatschen Jennie und ich mittlerweile über Gott und die Welt, so dass mir fast schon schlecht wird, beim Fahren.
Wir nehmen den Koffer mit an den Tisch. Sehr hippe Einrichtung, ich befürchte schon, dass das ein oberteures Etablissements ist. Ist auch eher teuer als günstig, allerdings wiedermal nur für chinesische Verhältnisse.

Mr. Wong (ich trau mich nicht, ihn Alex zu nennen, obwohl ich vermutlich gleich alt, wenn nicht gar älter bin...) fragt mich, was ich essen möchte, ich sag er soll's entscheiden, und er bestellt erstmal vier Vorspeisen, und für jeden noch die große Schüssel mit selbstgemachten Mien und Rindfleischtöpfchen. Spätzle mit Soße und Fleisch. Lecker.

Von den Vorspeisen sind die rohe, fein gehobelte und marinierte Lotuswurzel (Bild links, der weisse Haufen) und der chinesische Senfkohl mit Walnüssen die Highlights. Lammtopf und Spaghetti mit Koriander (Bild rechts) sind wirklich auch sehr lecker, aber Lotuswurzel hatt ich noch nie, da ist man ja schnell euphorisch.

Nette Gesellschaft
Natürlich darf ich nicht zahlen, da aber Mr. Wong auch kein Armer ist, hierher auch seine Geschäftspartner ausführt, ständig Anrufe kriegt und vor allem keine wirklich utopischen Summen bei den Gerichten in der Karte standen, denke ich, dass passt dann schon. Ausserdem flüstert mir Jennie zu, dass heute ruhig ihr Chef mal zahlen soll.
Da hab ich nichts dagegen.

Wir winken ein Taxi ran, Jennie und ich tauschen noch E-Mail Adressen aus, ich werde am Hotel abgesetzt. Mr. Wong wird uns heute abend noch ein Gastgeschenk vorbeibringen, und nochmal eine Kleinigkeit für Sally. OK, der Koffer ist ja jetzt wirklich groß genug.
Die Drehtür wird mir angeschwungen, ich bring meine Einkäufe auf's Zimmer. Es dauert nicht lange, bis Sabrina sich meldet.

Kofferkauf auf Chinesisch

Heute kriegt Arndt einen neuen Koffer. Morgen geht's ja schon wieder zurück.
Wir meinen, er braucht eh mal einen guten, großen, stabilen Koffer, hätten das jetzt aber zwangsläufig nicht hier in Beijing erledigt...

Sally, Arndt's Kollegin, urprünglich aus Beijing kommend, jetzt in Ulm lebend und arbeitend, hat uns bei der Kofferkaufentscheidung (hier oder doch erst in D?) dann ein bisschen auf Trab gebracht, die Entscheidung quasi vereinfacht.

Sie vermisst ein paar Beijinger Leckereien (das Paket riecht streng, je näher man ihm kommt, desto strenger..) so stark, dass sie ihren Bruder Alex beauftragt hat, die Leckerlies zu Arndt ins Büro zu liefern, damit wir sie dann mit nach D nehmen. Und da das Paket fast so groß ist wie Arndt's bisherige Reisetasche, ist schnell klar: Kofferkauf, und zwar hier und heute.

Alex wird mich um halb zehn in der Lobby abholen, um mir die besten Einkaufsplätze zu zeigen, und bei etwaigen Preisverhandlungen mit chinesischer Verhandlungstechnik zur Seite stehen.

Die heutige Einkaufsorgie wird über Ulm organisiert, ich frag noch Arndt, als er gestern abend deswegen mit Sally telefonierte: "Kann Alex eigentlich Englisch?" Antwort: "Ahm, nicht so gut...". Ich denke mir: "Egal, wird schon!", denn ich habe mittlerweile erfahren, Verständigung beim Einkaufen geht super mit Händen, Mimik und Taschenrechner. Ich sprech dann schnell Deutsch mit den Chinesen, sie antworten und fragen weiter auf Chinesisch. Irgendwie versteht man sich gut. Erstaunlich, wie ich finde.
Das Telefon klingelt, als ich auf der Toilette sitze. Gut, dass direkt hinter mir an der Wand auch ein Gerät hängt, ich nehme ab und erwarte den Concierge, er ist es aber nicht.
Es ist Sabrina, sie möchte uns an unserem vermeintlich letzten Tag nochmal ein paar Wohnungen zeigen, ich sage ihr, dass ich erst noch einkaufen muss, und gleich abgeholt werde. Kurze Zeit später hab ich noch eine Verabredung für heute nachmittag. Nochmal Wohnungen kucken. Fein, ein voller Tag also wieder.

Ich schaffs nicht von der Schüssel runter, als ich auflege, da klingelt's nämlich gleich nochmal. Eine fremde, weibliche Stimme stellt sich als Jennie vor, und sagt, sie wäre mit Mr. Wong gleich im Hotel, und wir verabreden uns in der Lobby. Ich kann grad noch sagen, dass ich schwarze Haare und eine schwarze Brille habe, als die Verbindung unterbrochen wird.

Jetzt aber nix wie Fertigwerden, Geld einstecken und los geht's. In der Lobby erkennt man mich, ich werde "This is Mr. Wong. My name is Jennie." von Jennie bekanntgemacht. Mr. Wong entschuldigt sich auf Englisch, dass er nur Japanisch und Chinesisch wirklich gut spricht, und für die englische Konversation heute, seine Assistentin Jennie mitgebracht hat.
Schluck, ich hab irgendjemand anders erwartet, aber auf keinen Fall einen Projektleiter von Panasonic, der mit seinem Team die ganzen Vidiwall-Installationen für die Olympischen Spiele gemacht hat.
Und der sich und seiner Assistentin heute den halben Tag freigemacht hat, um mit mir durch Beijing zu kurven um einen großen Koffer zu kaufen, damit das Fresspaket für seine Schwester gut in Ulm ankommt.
Das Taxi wartet noch draussen, wir steigen ein und los geht's. Dickes B.
Jennie und ich sitzen hinten, und wir unterhalten uns sofort, als würden wir uns schon länger kennen. Witzig, angenehm und total nett. Das fängt ja gut an. Mr. Wong kriegt ständig Anrufe, ein vielbeschäftigter Mann. Schön hier auf dem Mond.

Wir fahren zum Outletverkaufsareal, das umfasst vier Hallen. Ich darf das Taxi nicht bezahlen. Ich bin der Gast, und soll gefälligst still sein.
Jede dieser Hallen bietet Fabrikverkauf vom Feinsten auf drei Etagen. Hier kriegt man alle Qualitäten, handeln ist nicht üblich, die Sachen haben alle Preise auf Schildchen dran. Fast wie zuhause. Kaum was los hier, sehr entspannte Atmosphäre, großartige Auswahl.

Das ist das Taschenparadies! Ich krieg große Augen und rechne zusammen, was ich alles kaufen möchte.... und mir fällt siedendheiss ein: Das Bargeld, das ich einstecken hab, das wird im Leben nicht reichen. Und ich Idiot hab meine Kreditkarte und den Geldbeutel im Hotelsafe gelassen! Ich schlage mir im Geiste mit der flachen Hand auf die Stirn. Mehrmals. Stupido! Arrrrrgggghhhhhh. Noch'n Stirnschlag. Autsch.

Hilft nix, mein Bargeld reicht auf keinen Fall für den tollen Koffer, den ich für Arndt gefunden habe, und ich hätte auch gerne noch das hippe Lederbordcase, Preis 180 Euro, Arndt's Riesenkoffer von Antler ist genauso teuer wie mein kleiner von Rimowa, hat vier Rollen, ist schwarz und innen hochwertig ausgestattet. Günstig hier! Merken!

Also beichte ich meine Dummheit, mir ist das SOWAS VON PEINLICH!! Meine Begleiter kucken etwas seltsam, sagen aber "Üüüüüberhaupt kein Problem". Jennie und ich fahren mit dem Taxi zurück ins Hotel, Taxi wartet, ich renn rein, rauf, plündere den Safe, wieder runter, rein ins Taxi (MANN, IST MIR DAS PEINLICH!), 40 Minuten später sind wir wieder im Outlet. Ich darf schon wieder nicht das Taxi zahlen (Peinlich ist nun wirklich nicht mehr hinreichend!). Aber auf meiner persönlichen Peinlichkeitsskala für heute bin ich noch nicht ganz oben angekommen, da geht noch was.

Der schwarze Koffer wird jetzt also gekauft. Ich hab brav alle Kofferverkaufsstellen in dieser Etage durch, und der Vier-rädrige von Antler macht das Rennen. Ich darf aber nicht einfach den nehmen, der das so rumsteht vor dem Regal und damit zur Kasse gehen. Nee, nee, soweit sind wir noch lange nicht! Jetzt fangen meine beiden Begleiter an richtig in Fahrt zu kommen, ich werd zum Zuschauer. Mund zu, Poca.

Das Ausstellungsstück wurde ja schon von allen Seiten, innen und aussen akribisch untersucht, und die Verkäuferin mit Fragen gelöchert. (Das hab ich jetzt schon 6 Mal durch, weil wir uns ja schon ein paar Koffer angesehen haben.) Jetzt holt diese einen neu verpackten Koffer raus.
Der wird nun gemeinsam ausgepackt, wieder gedreht, gewendet, geöffnet, gezogen, auf vier Rollen, auf zwei Rollen, wieder hingelegt, jeder Zentimeter abgesucht, innen und aussen, keine Ahnung was die arme Verkäuferin alles gefragt wird. Griff raus, ganz raus, wieder auf Halbmast. Funktioniert. Nochmal ziehen. Die Rollen tun ihren Dienst. Lieber nochmal rückgefragt, bei der lächelnden Verkäuferin.

Sie antwortet brav und bleibt sehr geduldig. Nun geht's um die Funktion des Zahlenschlossen, es wird aus nächster Nähe angeschaut, es wird gefragt, die Verkäuferin erklärt Mr. Wong und Jennie wie das mit dem Zurückstellen der Zahlenkombination geht.
Ein anderer Kugelschreiber wird verzeweifelt gesucht, der den die Verkäuferin hatte, hat eine zu breite Mine um die Zurückstelltaste damit aktivieren zu können. Es findet sich kein Anderer, tragische Komödien kann nicht nur Shakespeare! Ich versuche ernst zu bleiben. Jennie und Mr. Wong fragen und reden weiter, kriegen nochmal das Schloss erklärt, um es mir dann langsam und dreimal hintereindander zu erklären.
(Anm. d. Red.: Funzt wie jedes andere Kofferschloss auch, ich tu trotzdem so, als hör ich das zum ersten Mal, und freu mich wie ein Kind ob der komischen Situation hier.)

Die internationale Garantiekarte wird mir jetzt feierlich überreicht, ich schau drauf: für etwaige Reklamationen in D müssten wir in NL anrufen, ich lache, ist halt ein britsches Modell, das Antlerding mit dem Hirschgeweih drauf, *lol*. Super, Dankeschön, das ist ja klasse, tolle Garantiekarte mit der Telefonliste drauf! Ja, vielen Dank. Tolle Karte das. Bin begeistert.
Dann krieg ich noch aus der Schublade die englische Anleitung für das Zahlenschloss, und ich krieg sicherheitshalber nochmal alles erklärt. Wieder zuerst von der Verkäuferin auf Chinesisch, dann von Jennie auf Englisch. Danke vielmals, ich glaub, ich weiss jetzt wie das geht.
(Ja, ist schon klar, ich laß ja auch die Kreditkarte im Hotelsafe, wenn ich zum Einkaufen gehe, da muss man mir schonmal alles etwas genauer erklären...grins. Planlos ist mein zweiter Vorname.)

Nach erneutem Ausprobieren dieses Kofferexemplars, jeder darf ihn nun noch einmal um die Regale ziehen, auf zwei Rollen, auf vier Rollen, und wieder wird das Ding gelobt und bequatscht, krieg ich einen Zettel mit dem Namen des Koffers (vermute ich, ist ja alles in Zeichen) und dem Preis drauf (der ist leicht zu erkennen).

Damit muss ich jetzt zur Kasse, bekomme ich erklärt, den draufstehenden Betrag bezahlen, und mit der Quitung die ich dann an der Kasse ausgehändigt bekomme, bekomme ich dann meine gekaufte Ware von der lieben Verkäuferin überreicht. Aha, so geht das hier.

Bevors jedoch wirklich zur Kasse geht, brauch ich erst noch einen neuen kleinen Rucksack. So einen dreieckingen, mit nur einem Träger, den man sich schräg um den Oberkörper schlingt. (Keine Ahnung, wie der ofizielle Produktname heisst. Ist halt praktisch das Ding, und Arndt hat seins in nem Ulmer Taxi vergessen. Kriegt man nicht wieder, in D. Deswegen kriegt er jetzt noch ein Geschenk zum Geschenk dazu.)
Das mit dem ledernen Bordcase überleg ich mir aber noch.

Es wiederholt sich fast die ganze Kaufprozedur, aber nur fast. Auch hier bekomme ich dann den obligatorischen Zettel, mit dem es jetzt endlich zur Kasse gehen kann.

Dort angekommen, muss ich dann erfahren, dass ich mit meiner Amex (wiedermal) nicht bezahlen darf. Es wird wirlkich Zeit, diese dämliche Karte für immer zu kündigen! Schon wieder peinlich. Was mach ich jetzt? Mit meiner EC-Karte kann ich auch nicht an der Kasse zahlen, wie ich gleich darauf erfahre. Doof.

Super, da hab ich mich jetzt extra nochmal durch die halbe Stadt fahren lassen, um dann doch nichts kaufen zu können. Subbrsach. Ah, vielleicht an der Hauptkasse in Gebäude drei, wie Mr. Wong dann aus dem Kassierer rausquetscht.

Auf dem Weg runter und raus aus dem Laden, denke ich, ich kann hier nix kaufen. Meine EC-Karte hat schon an vier Automaten in Beijing und davor an ca. 5 Automaten in Krakau NICHT funktioniert! In Ulm hab ich regelmäßig Probleme beim Fressnapf und in diversen anderen Läden! Wie soll ich hier jetzt an ausreichend Bargeld kommen? Bei meinem persönlichen Hau-den-Peinlichkeits-Lukas bin ich soeben ganz oben angekommen, die Glocke bimmelt wild. Ich versuche nichts von meiner Panik zu zeigen. Meine Begleiter bleiben sehr gefasst. Das Letzte, was ich will, ist, dass sie mich auslösen...

Kurz vor dem Ausgang steht ein Geldautomat der "Bank of China". Ich mache mir keine Hoffnungen, versuche mein Glück trotzdem. Komme wieder bis zur Auswahl des Betrages, darf wiedermal meine PIN eintippen, es rattert, bitte warten.... ich bin schon sehr gespannt, wenn's hier auch nicht klappt, besteht ja noch die klitzekleine Chance an der Hauptkasse mit der Amex zu zahlen, ich warte noch ein bisschen, werd gefragt, ob ich eine Quittung will. Klar will ich, wenn schon kein Geld rauskommt, dann wenigstens ein Blatt Papier mit chinesischen Zeichen drauf!

Ich werde überrascht. Es kommt erst das Geld, dann die Quittung, dann auch wieder meine Karte raus. Ich liebe die "Bank of China". Hätte ich mich vorher eigentlich auch mal erkundigen können, mit welchen ausländischen Banken meine Volksbank kooperiert. Wär aber auch viel langweiliger gewesen, hätte ich gleich gewusst an welchen Automaten ich Geld ausgespuckt bekomme, oder?!

Also, dann nichts wie zurück zur Kasse, ich strahle mittlerweile über beide Ohren. Ich hab Geld bekommen! Von einem chinesischen Geldautomaten! Ich bin stolz wie Oskar. Mein Peinlich-Lukas-Level sinkt ein klein wenig. Dauert ja immer ein bisschen länger, bis einem was nicht mehr ganz so peinlich ist.

Ich gebe dem Kassierer strahlend zweieinhalb Tausend RMB im Tausch gegen eine weitere Quittung auf der ich nun eine größere Auswahl an chinesischen Zeichen stehen habe, und ein paar Zahlen mehr dazu. Schöne Quittung, so eine schöne Quittung. Ich hab echt was gekauft. Und selber bezahlen können. Gut gemacht, Poca.

Zurück zu den Verkäufern, Waren abholen. Kleinen Rucksack in großen Koffer packen. Mr. Wong zieht ihn. Ich darf nichts ziehen, kucke nur glücklich als wir in strahlendem Sonnenschein über den Parkplatz zum Taxistand gehen.

Tschüß Einkaufsparadies!
Da kanns ja jetzt endlich zum Mittagessen gehen. :-D

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Linkin' Park


Abgesagt
Wie schad. Hätt ich endlich mal bis zur Bühne gesehen!
Manno.

Wangfujing und die Futterstände am Donghuamen Nachtmarkt

Huuuuunger!
Wir gehen mal wieder aus. Aber heute ein Stück mit der U-Bahn. Ich will meine zweite Touristenattraktion (meine erste war der Platz des Tors des himmlischen Friedens) sehen und schmecken. Den Donghuamen Nachtmarkt.


U-Bahn
An der Guomao Station in die Linie 1 bis zur Wangfujing Station fahren. Vier Stationen weit, mit hinlaufen und warten ein ca. 20-25 Minuten langer Weg. Ist ja auch nicht weit.

Haupt-Fußgänger-Einkaufsmeile
Noch ein bisschen was los, an einem Mittwoch abend, um halb neun.

Alle Läden sind noch auf, so bis um zehn. Aber wir haben Hunger und gehen deswegen zügig ohne Hast weiter.

Schauen und staunen (also ich hauptsächlich. Arndt kennt das ja schon.) und biegen schliesslich links in die Fressgasse ein.

Fressgasse
Ca. 100-150 Meter lang ist die Standreihe, mit sich immer wiederholenden Leckereien. Süß, Würzig, Fleisch und Fleischloses. Alles da, wir haben Hunger und freuen uns schon.
Oben an den Buden hängen hübsche rote Laternen. Touristen, mit und ohne Schlitzaugen, sind hier das Publikum. Wir mischen uns dazwischen.

Vegetarische Kebabspieße
Conna, Dein Stand, *grins*.
Vordere Reihe, dritte von links: lange, dünne, weisse Pilze mit Minikopf, sehen aus wie See-Anemonen, schmecken traumhaft.
Vordere Reihe, dritte und vierte von rechts: halbierte Köpfe von grauen Pilzen. Unbedingt mal probieren, wenn man die Möglichkeit bekommt! Und diese hellen, fast runde, löchrige Scheiben, das ist Lotus-Wurzel, schmeckt wie mit Parfüm beträufelt, aber suuuuperlecker!
Hintere Reihe: diverses Gemüse und Tofu in allen Formen und Marinaden. Empfehlenswert.

Hier ist es zwar doppelt so teuer als in einer Hutong-Garküche, aber es ist trotzdem noch bezahlbar, sein Geld wert, dazu macht es irre Spaß, dem bunten Treiben und den Mutproben von Chinesen und Europäern zuzuschauen.

Mutprobe
Wir beobachten, genau einen Chinesen/oder so, dessen Freundin ihn beim Essen des letzten Heuschreckenspießes ständig fotografiert, und das ganze mit "Iiiih" und "Bääääähh" begleitet.
Und eine Gruppe Deutsche, drei Jungs und drei Mädels: "Hey Leute, los, einen Spieß, für jeden eine...?", die sich noch nicht sicher sind, ob sie die Seidenraupen kosten wollen. Kaufen aber 6 am Spieß.

Die exotischen Spieße kauft man, macht ein Beweisbild, isst das Zeug oder spuckt es schnell wieder aus.

Geröstete Maultaschen
Wir sind nicht zum Posen, sondern zum Essen hier, deswegen fangen wir mit gebratenen Wantans an. Schweinehack und Kohl drin, knusprig angebraten.

Leckere Vorspeise! Faschd wia dahoim. Wer hat denn jetzt die Maultaschen/Ravioli/Wantans erfunden? Am Ende auch die Chinesen....

Als nächstes noch ein gefülltes Minifladenbrot dann eine Art gefüllten Pfannkuchen, und noch Gebratene Nudeln mit Gemüse.
Pappsatt.

Jetzt noch was zu trinken. Arndt wählt Kokosnusswasser. Kein Kokosnusswasser-Gesicht, keine Erfrischung. Nicht der Bringer, aber einen Versuch war's Wert.

Nachtisch
Als "süße Uhr", wie der Chinese sagt, gibt's für uns heute abnd Bananenkuchen. Lecker, jedoch ist die Kugel an sich nicht wirklich süß. Das gleicht der große Haufen Streuzucker, den wir obendraufgehäuft kriegen, wieder aus. Sehr lecker. Aber jetzt platz ich gleich. Da geht auch kein Obstspieß mehr rein.


Kandierte Früchtchen
Warum die immer neben den Kutteln liegen, keine Ahnung. Zusammen essen tut man sie jedenfalls nicht.

Wir gehen an den Ständen zurück, können die Auslagen jetzt viel entspannter liegen lassen, und schlendern in der Fußgängerzone wieder zurück zur U-Bahn.

Ab ins Hotel, rein in die Puschen.

Praktisch
Und noch den Gute-Nacht-Trunk geöffnet. Das Essen hat durstig gemacht.
Das war ein schöner Ausklang!

I'm walking... Chaoyang Park und zurück in den Süden



3. Ringstrasse unterqueren
Unter der dritten Ringstrasse durch, überquere ich ca. 10 Spuren und lege sicherlich 80 Meter auf diesem Zebrastreifen, der auch keiner ist, zurück.
Ich komme weiter in den Osten, auf der Chaoyang Gongyuan Strasse, die am südlichen Ende des riesigen Chaoyang Parks enlang bis zur vierten Ringstrasse führt.
An dieser Strasse hatten wir insgesamt drei verschiedene Wohnkomplexe, und ich weiss nicht mehr wieviele, Wohnungen besichtigt (Park Apartments, das waren die mit den großen Ess- und Wohnzimmern und der schönen Küche. Palm Springs (mit dem vielen Gold im Club) und Park Avenue (diese Namen meimeimei.))

Ausreichend Zeit, um auch IN den Park zu gehen, habe ich leider nicht mehr, so schaue ich mir diese Hauptverkehrs-Strasse zur Hauptverkehrs-Zeit und die wenigen Seitenstrassen genauer an.

Wie schon vermutet, nicht die allerschönste und neueste Gegend. Mal von den Apartmenthäusern und vielleicht drei anderen Komplexen abgesehen, eher sozialistischer Plattenbau-Baustil, sehr viel "chinesischer" hier oben als im CBD. Was ja im Prinzip nicht schlechter ist. Kommt halt immer drauf an, was man will.

Im Chaoyang Park könnte man bspw. stundenlang joggen, ohne dass man denselben Weg zweimal nehmen müsste. Allerdings ist die Gegend ansonsten eher langweilig. Und die letzte U-Bahn Station war an der 3. Ringstrasse. Ein klares Minus.
Die Strasse ist wirklich stark befahren und sehr laut. Noch ein Minus.

Rad kaputt?
Kein Problem, ganz Beijing ist voll mit Fahrrad-Reparateuren. Die bauen ihre mobile Werkstatt frühmorgens an ihrer Ecke auf, und spätabends wieder ab. Die sieht man in der ganzen Stadt zahlreich.


Meistens sind sie bei einem der gebührenpflichtigen Fahrrad-Parkplätze mit dabei, da kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Rad gegen kleines Geld unterstellen, und auch noch reparieren lassen, während man die Einkäufe erledigt. Großartiges Prinzip.
Und fast rund um die Uhr geöffnet. Und keine Mittagspause. Bin echt gespannt, ob die das auch im Winter so machen.

Buchläden Auf ein drittel Parkhöhe biege ab nach Süden, in die Tianshuiyuan Strasse, und komme wieder an dem "Subway"-Imbissladen vorbei, in den uns Sabrina zur Mittagspause beim Wohnungsmarathon geführt hat.

Buchläden, und immer gleich richtig Große, gibt es wirklich viele. Auch welche, die internationale Literatur in der jeweiligen Landessprache offerieren, also nicht in Zeichen geschrieben sind.
Um diesen oder einen der Anderen von innen zu sehen, müssen wir wohl ein andermal herkommen, eine kurze Woche reicht dafür nicht. Auch 11 Tage sind bei weitem nicht genug um diese Stadt, oder einen Teil davon, richtig anzuschauen.

Noch 'ne Baustelle
Auch hier in der Strasse wird viel gebaut. Noch ein Apartmentkomplex, noch ein Shopping-Center, höher, funkelnder, heller. Abgefahren. Die Stadt ist sowas von abgefahren!

Hinterhöfe
Blick hinter eine Mauer, die eigentlich typischerweise die traditionellen chinesischen Hofhäuser und Altstädte eingrenzt. Hier ein nicht ganz so alter, aber doch älterer Block. Lauter niedrige Häuser, und viel Platz zum Spielen.

Rechts ab geht's
nach Westen in die Chaoyang North Street. Warum die Nord heisst, wo sie doch einen Block südlich des Parks verläuft, wer kann das schon erraten? Ich mache mir weiter keine Sorgen, da ich auch schon fast den CCTV Bogen zwischen den Plattenbauten sehen kann. Hier kann man sich kaum verlaufen.
Alle Strassen sind schachbrettartig angeordnet und verlaufen entweder von Ost nach West oder von Nord nach Süd. Keine Einbahnstrassen, ausser es ist grad ne Baustelle, da kann's schonmal sein, dass was gesperrt ist.

An der Ecke ist eine Art Busbahnhof oder Bushaltestelle an der viele Linien zusammenführen. Volles Verkehrschaos, so scheint es, und reges Bus- und Fußgängertreiben. Blick nach rechts und ich sehe wieder hinter die Mauer an der ich schon ein Weilchen entlanglaufe. Ein Imbiss. Aber ich hab noch immer keinen Hunger. Ich kann noch gut auskommen, bis wir heut Abend wieder zum Essen gehen.

Die Post
ist hier grün. Und je näher ich der dritten Ringstrasse komme, desto glitzernder werden die Häuser wieder.

Öffentliche Toiletten
Gibt es in Beijing wirklich viele, da sollte sich Ulm mal ein Beispiel nehmen. Ausserdem kosten sie nichts. Da macht es fast nichts aus, wenn es nur ein großer Raum mit Löchern im Boden ist.
Wer sich noch an Arndt's Geschichte erinnert. Sehr eigenartiges Erlebnis, muss das sein.
Ich muss nicht, und kann deswegen auch nicht testen, ob die neueren Modelle auch keine Privatsphäre beim Pinkeln bieten, oder ob bei den Damen wenigstens Wände zwischen dem Bodenporzellan angebracht sind. Im Ritan Park bspw. sind's ja ganz normale Kabinen mit Tür.

Ich kann aber schliesslich nicht jedes Rätsel schon beim ersten Besuch lösen. Ich heb mir noch was für's zweite Mal auf. *lach*

Pizza Hut
Lieferservice. Wagenpark. Erst dacht ich, die gehören zum japanischen Restaurant (das sieht auch nett aus, müssen wir auch mal testen), aber dann hab ich den unverwechselbaren "Hut" auf den roten Boxen gesehen.
Frage mich, welchen Lieferradius die mit dem Radl schaffen...

Fußgängerlotse
Nette Sache, nur: der hilft mir und den anderen Leuten kaum. Wir gehen trotzdem irgendwie zwischen Autos durch, müssen warten, bis die Rechtsabbieger durch sind.

Aber der Mann, und noch Tausend andere in dieser Stadt, haben Arbeit. Rote Fähnchen schwingen ist ja hier sehr beliebt. ABM à la China.

Zurück im Central Business District
Ja, ich glaube, wenn man in einer richtigen Großstadt wohnt, dann muss es SO aussehen.
Allerdings will ich gar nicht wisse, was aus diesem Kamin kommt, der grad mal ans untere Drittel des Hochhauses ranreicht...

Copyright?
Die wissen hier doch gar nicht wie man das schreibt. Was da drin dann gemacht wird? Rätsel über Rätsel.

Ich geniesse noch das Feierabendtreiben unter und neben der 3. Ringstrasse, und komme kurz nach Einbruch der Dunkelheit wieder am Hotel an.
Arndt kommt kurz nach mir zurück und wir beschliessen heute abend die Snacks auf dem Nachtmarkt zu versuchen. Da solls Skorpion und Heuschrecken am Spieß geben. *yummie*

I'm walking... Arbeiterstadion und 2. Botschaftsviertel



Oh wie schön ist
der Ritan Park. Ich muss aber weiter. Hab ja noch viel vor. Zunächst mal die Dondaqiao Lu nach Norden zum Arbeiterstadion (Workers Stadium, war auch eine Olympia-Austragungsstätte).

Telefonzellen:
Sowohl im Park als auch in der ganzen Stadt (ja, es gibt auch Modernere, aber die sind auch nur Freiluft, anstatt Glaszellen) stehen diese stylischen Telefoneier in Orange. Ich finde die Verkabelung, die man hier nur erahnen kann, ziemlich gewagt, funzt aber offenbar. Ich hab auch schon Leute da drin telefonieren gesehen. Könnte mir aber vorstellen, für den Arndt ist das wohl z niedrig.

Telefonieren im Hutong
sieht da ein bisserl anders aus. Im Hutong kann man in kleinen ein-Zimmer-Läden wirklich alles zum Leben kaufen. Alle 50-100 Meter gibt's zusätzlich einen Kiosk. Davor stehen meistens Getränkekisten auf dem Gehweg, es sind auch schonmal ein Tischchen und ein paar Sitzgelegenheiten da. Ein bis mehrere rote (in manchen Vierteln auch gelbe) Telefone stehen auch immer rum. In Beijing sind Ortsgespräche nämlich umsonst, und so treffen sich die Leute aus dem Viertel, die zuhause kein Telefon haben, am Kiosk um sich untereinander zu unterhalten, und eben die die woanders wohnen anzurufen.

Taxis in Beijing
Taxis sind hier meistens grün-gelb oder rot-gelb gestreift. Und das damit fahren ist unglaublich günstig. Der Preis wurde kürzlich auf 2 RMB pro Kilometer hochgestellt, was einige der Einheimischen nicht gefallen hat. Wir finden: Wenn sich der Taxifahrer gut auskennt, dann ist das die schnellste Methode um irgendwohin zu kommen.
Trotzdem gehe ich zu Fuß nach Norden weiter, ich will ja schliesslich die Gegend erkunden.

Strassenverkauf
Hier kann man einfach alles auf der Strasse kaufen. Oft wird Essen angeboten, direkt von einer Art Fahrradküche. Das muss man sich so vorstellen: Ich schweisse ein Fass hinten an meine Rikscha, statt Sitzplatz, und koche darin diverse Leckereien.

Was wir so gesehen haben, und ich rede jetzt nicht von Läden, die zu einem Fenster raus bspw. ganze Enten oder wie hier Entenköpfe und Hälse verkaufen: DVDs am U-Bahn Eingang, gekochte Yamswurzeln, in Brühe gegarten Tofu in verschiedenen Formen an Spiessen, gegrillte Spiesse mit Rind, Schwein, Hühn, Tintenfisch oder Sonstwas dran, gekochte Maiskolben, Kakteen, und das war bestimmt nur ein kleiner Teil.

Strassenverkauf mal nicht vom Rad runter:
Hab nicht die Zeit genommen genauer zu erkunden, was die da auf dem Radweg vom Wagen runter verscherbeln.

Workers Stadium:
Das alte Stadion von Beijing, auch eines der Olympia-Austragungsorte. Am Sonntag abend sollten hier Linkin Park spielen, es hätte auch noch Karten. Was ich jetzt weiss, aber an jenem Mittwoch noch nicht. Wir werden am Sonntag noch hier in der Stadt sein, allerdings bekommt's der Sänger böse am Rücken, so dass das Benefizkonzert abgesagt wird. Wäre alles an die Erdbebenhilfe geflossen. Hätten wir doch gerne geholfen. So werf' ich halt beim Starbucks was in die Sammelbüchse.

Ping Pong
Das Arbeiterstadion ist von einer größeren Grünanlage umgeben. Leider komm ich nicht rein, beim Versuch entdecke ich allerdings dieses Trainingcenter für die Bevölkerung.

Nordish by nature
Norwegisches Restaurant an der Gongren Tiyuchang Donglu. Wenn man mal Heimweh auf norwegisches Essen hat. Ansonsten gibt's auch wirklich alles hier. Italiener, Franzose, Amerikanisch (McDonalds, Pizza Hut, KFC), Deutsch, da kann man Erzählungen nach einen tollen Rostbraten essen. Naja, bisher finden wir die Einheimischen Lokalitäten total hip. Aber gut zu wissen.

Zocken am Strassenrand
Ich bin an der Gongren Tiyuchang Beilu, am südlichen Ende des 2. Botschaftsviertels angekommen, und will gerade rechts abbiegen, als ich die Senioren beim Kartenspiel sehe.
Mehrere kleine Grüppchen haben ihre Klappstühle und Tischchen mitgebracht um hier gemütlich eine oder mehrere Runden zu zocken. Spielhallen gibt's hier nicht, es wird sich auf der Strasse oder im Park, oder in einer anderen Grünanlage getroffen, die Karten oder Mahjongs ausgepackt, und ab dafür.

Go East:
Blick von einer Fußgängerbrücke, an deren Fuß ich meinen ersten Bettler sehe, auf die Gongren Tiyuchang Beilu nach Osten. Da muss ich entlang.
In den Botschaftsvierteln stehen fast immer Bäume am Strassenrand, und auch überall dort, wo noch ältere Viertel vorhanden sind. Im CBD herrscht ja zur Zeit Bauchaos, und dort stehen zur Zeit, wenn überhaupt schon, frisch gepflanzte Schößlinge, die erst noch wachsen müssen..

Sanlitun Yashow Clothing Market
Die Fußgängerbrücke führt mich direkt auf eine der Beijinger Markthallen. Ich bin zwar nicht in Shoppingstimmung, aber einmal reinschauen kann ich ja trotzdem.
Unter der Woche wird man auch nicht in jeden Stand reingezogen oder die ganze Zeit mit "Hallo Madam/hallo Sir! Schauen sie hier rein, verschiedene Größen, verschiedene Farben, alles da, Gucci, Cartier, Prada, wollen Billabong? Hallo, Madam, hier!" angelockt. Klaro, alles auf Englisch natürlich.

Alles da
In den Markthallen von Beijing kann man nahezu alles kaufen, nur kein Auto, und keinen fliegenden Teppich.
Schnickschnack, Souvenirs, Buddhas, Jade, Perlen, Fächer, Pinsel, Kunst, Koffer, Handtaschen, T-Shirt, Jeans, Regenjacken, Outdoor-Klamotten, Schuhe, ...

..., Perücken, ...

Schneiderei
Anstatt einen Ballen Seide, oder fünf Meter davon, zu kaufen und zuhause zu verarbeiten, kann man sich hier an Ort und Stelle ausmessen lassen, und sich einen Anzug, oder ein Kleid machen lassen. Natürlich ist auch hier der Preis Verhandlungssache.

Mahlzeit:
Wie bei uns hat es auch im chinesischen Kaufhaus, auch wenn es ein Markthaus ist, im obersten Stock die Verpflegungsabteilung. Die Köche und Angestellten tragen sicherheitshalber Mundschutz.
Find ich völlig OK, denn als ich an einem der Stände vorbeilief, musste die Eine ganz fürchterlich niesen ohne sich wegzudrehen. Wenn das alles in die Auslage katapultiert worden wäre.. bäh.
Ich kaufe nichts, hungrig bin ich auch nicht. Und schliesslich bin ich ja nicht zum Einkaufen heute unterwegs, sondern um die Stadt zu erforschen. Wenigstens einen kleinen Teil der Stadt.

Sanlitun Area
Nach der Markthalle kommen die Kaufhaus-Neubauten, die vor zwei Jahren hier noch nicht standen, berichtet mir Arndt dann später.

Den Adidas-Bau hab ich schon von der Fußgängerbrücke aus gesehen.

Manche der Neubauten stehen noch leer. Viele werden bald eröffnet.

Aber die meisten sind schon bereit für die reichen Chinesen, reichen Touristen, Diplomaten-Ehefrauen und Botschafterkinder, ausländische Studenten, die hier in einer europäisch anmutenden Fußgängerzone so ziemlich alles finden, was das Shopping-Herz begehrt.
Außerdem herrscht seelige Ruhe hier. Total entspannte Atmosphäre. Da hol ich mir doch gleich noch einen Milchkaffee. Und mache weiter Schaufensterbummel

Was soll man da sagen? Alles da.

Ich hab in keinen Laden, außer den Apple-Store (das ist die Rückseite), reingeschaut. Ich vermute, in meiner Größe gibt's hier sowieso keine Klamotten.

Tolle Architektur, aber irgendwie, wenn da so wenig los ist, ein komisches Gefühl. Nicht unangenehm, aber komisch. Da ist die Hirschstrasse an einem Mittwoch nachmittag voller. Oder das Blautalcenter...

Ich gehe an der Gongren Tiyuchang Beilu weiter in Richtung Osten. Komme am ARD Büro vorbei. Nette Ansicht, das Bronzeschild.
ARD kommt einem sooooo weit weg vor. Aber noch vermissen wir die Tagesschau nicht. Kann man sich ja heutzutage alles täglich als Podcast von der ARD Internetseite ziehen, wenn man möchte.

Päuschen
Was ich schlafende bzw. dösende oder Nickerchen machende Chinesen sehe! Die können in allen Stellungen wegdösen. Beneidenswert!
Fahrer, die auf die Botschafterfrauen vor den Einkaufshäusern warten oder eben jener Herr, der auf und an sein Fahrrad gelehnt erst mal ein Schläfchen machen muss.