Mittwoch, 15. Oktober 2008

I'm walking... Arbeiterstadion und 2. Botschaftsviertel



Oh wie schön ist
der Ritan Park. Ich muss aber weiter. Hab ja noch viel vor. Zunächst mal die Dondaqiao Lu nach Norden zum Arbeiterstadion (Workers Stadium, war auch eine Olympia-Austragungsstätte).

Telefonzellen:
Sowohl im Park als auch in der ganzen Stadt (ja, es gibt auch Modernere, aber die sind auch nur Freiluft, anstatt Glaszellen) stehen diese stylischen Telefoneier in Orange. Ich finde die Verkabelung, die man hier nur erahnen kann, ziemlich gewagt, funzt aber offenbar. Ich hab auch schon Leute da drin telefonieren gesehen. Könnte mir aber vorstellen, für den Arndt ist das wohl z niedrig.

Telefonieren im Hutong
sieht da ein bisserl anders aus. Im Hutong kann man in kleinen ein-Zimmer-Läden wirklich alles zum Leben kaufen. Alle 50-100 Meter gibt's zusätzlich einen Kiosk. Davor stehen meistens Getränkekisten auf dem Gehweg, es sind auch schonmal ein Tischchen und ein paar Sitzgelegenheiten da. Ein bis mehrere rote (in manchen Vierteln auch gelbe) Telefone stehen auch immer rum. In Beijing sind Ortsgespräche nämlich umsonst, und so treffen sich die Leute aus dem Viertel, die zuhause kein Telefon haben, am Kiosk um sich untereinander zu unterhalten, und eben die die woanders wohnen anzurufen.

Taxis in Beijing
Taxis sind hier meistens grün-gelb oder rot-gelb gestreift. Und das damit fahren ist unglaublich günstig. Der Preis wurde kürzlich auf 2 RMB pro Kilometer hochgestellt, was einige der Einheimischen nicht gefallen hat. Wir finden: Wenn sich der Taxifahrer gut auskennt, dann ist das die schnellste Methode um irgendwohin zu kommen.
Trotzdem gehe ich zu Fuß nach Norden weiter, ich will ja schliesslich die Gegend erkunden.

Strassenverkauf
Hier kann man einfach alles auf der Strasse kaufen. Oft wird Essen angeboten, direkt von einer Art Fahrradküche. Das muss man sich so vorstellen: Ich schweisse ein Fass hinten an meine Rikscha, statt Sitzplatz, und koche darin diverse Leckereien.

Was wir so gesehen haben, und ich rede jetzt nicht von Läden, die zu einem Fenster raus bspw. ganze Enten oder wie hier Entenköpfe und Hälse verkaufen: DVDs am U-Bahn Eingang, gekochte Yamswurzeln, in Brühe gegarten Tofu in verschiedenen Formen an Spiessen, gegrillte Spiesse mit Rind, Schwein, Hühn, Tintenfisch oder Sonstwas dran, gekochte Maiskolben, Kakteen, und das war bestimmt nur ein kleiner Teil.

Strassenverkauf mal nicht vom Rad runter:
Hab nicht die Zeit genommen genauer zu erkunden, was die da auf dem Radweg vom Wagen runter verscherbeln.

Workers Stadium:
Das alte Stadion von Beijing, auch eines der Olympia-Austragungsorte. Am Sonntag abend sollten hier Linkin Park spielen, es hätte auch noch Karten. Was ich jetzt weiss, aber an jenem Mittwoch noch nicht. Wir werden am Sonntag noch hier in der Stadt sein, allerdings bekommt's der Sänger böse am Rücken, so dass das Benefizkonzert abgesagt wird. Wäre alles an die Erdbebenhilfe geflossen. Hätten wir doch gerne geholfen. So werf' ich halt beim Starbucks was in die Sammelbüchse.

Ping Pong
Das Arbeiterstadion ist von einer größeren Grünanlage umgeben. Leider komm ich nicht rein, beim Versuch entdecke ich allerdings dieses Trainingcenter für die Bevölkerung.

Nordish by nature
Norwegisches Restaurant an der Gongren Tiyuchang Donglu. Wenn man mal Heimweh auf norwegisches Essen hat. Ansonsten gibt's auch wirklich alles hier. Italiener, Franzose, Amerikanisch (McDonalds, Pizza Hut, KFC), Deutsch, da kann man Erzählungen nach einen tollen Rostbraten essen. Naja, bisher finden wir die Einheimischen Lokalitäten total hip. Aber gut zu wissen.

Zocken am Strassenrand
Ich bin an der Gongren Tiyuchang Beilu, am südlichen Ende des 2. Botschaftsviertels angekommen, und will gerade rechts abbiegen, als ich die Senioren beim Kartenspiel sehe.
Mehrere kleine Grüppchen haben ihre Klappstühle und Tischchen mitgebracht um hier gemütlich eine oder mehrere Runden zu zocken. Spielhallen gibt's hier nicht, es wird sich auf der Strasse oder im Park, oder in einer anderen Grünanlage getroffen, die Karten oder Mahjongs ausgepackt, und ab dafür.

Go East:
Blick von einer Fußgängerbrücke, an deren Fuß ich meinen ersten Bettler sehe, auf die Gongren Tiyuchang Beilu nach Osten. Da muss ich entlang.
In den Botschaftsvierteln stehen fast immer Bäume am Strassenrand, und auch überall dort, wo noch ältere Viertel vorhanden sind. Im CBD herrscht ja zur Zeit Bauchaos, und dort stehen zur Zeit, wenn überhaupt schon, frisch gepflanzte Schößlinge, die erst noch wachsen müssen..

Sanlitun Yashow Clothing Market
Die Fußgängerbrücke führt mich direkt auf eine der Beijinger Markthallen. Ich bin zwar nicht in Shoppingstimmung, aber einmal reinschauen kann ich ja trotzdem.
Unter der Woche wird man auch nicht in jeden Stand reingezogen oder die ganze Zeit mit "Hallo Madam/hallo Sir! Schauen sie hier rein, verschiedene Größen, verschiedene Farben, alles da, Gucci, Cartier, Prada, wollen Billabong? Hallo, Madam, hier!" angelockt. Klaro, alles auf Englisch natürlich.

Alles da
In den Markthallen von Beijing kann man nahezu alles kaufen, nur kein Auto, und keinen fliegenden Teppich.
Schnickschnack, Souvenirs, Buddhas, Jade, Perlen, Fächer, Pinsel, Kunst, Koffer, Handtaschen, T-Shirt, Jeans, Regenjacken, Outdoor-Klamotten, Schuhe, ...

..., Perücken, ...

Schneiderei
Anstatt einen Ballen Seide, oder fünf Meter davon, zu kaufen und zuhause zu verarbeiten, kann man sich hier an Ort und Stelle ausmessen lassen, und sich einen Anzug, oder ein Kleid machen lassen. Natürlich ist auch hier der Preis Verhandlungssache.

Mahlzeit:
Wie bei uns hat es auch im chinesischen Kaufhaus, auch wenn es ein Markthaus ist, im obersten Stock die Verpflegungsabteilung. Die Köche und Angestellten tragen sicherheitshalber Mundschutz.
Find ich völlig OK, denn als ich an einem der Stände vorbeilief, musste die Eine ganz fürchterlich niesen ohne sich wegzudrehen. Wenn das alles in die Auslage katapultiert worden wäre.. bäh.
Ich kaufe nichts, hungrig bin ich auch nicht. Und schliesslich bin ich ja nicht zum Einkaufen heute unterwegs, sondern um die Stadt zu erforschen. Wenigstens einen kleinen Teil der Stadt.

Sanlitun Area
Nach der Markthalle kommen die Kaufhaus-Neubauten, die vor zwei Jahren hier noch nicht standen, berichtet mir Arndt dann später.

Den Adidas-Bau hab ich schon von der Fußgängerbrücke aus gesehen.

Manche der Neubauten stehen noch leer. Viele werden bald eröffnet.

Aber die meisten sind schon bereit für die reichen Chinesen, reichen Touristen, Diplomaten-Ehefrauen und Botschafterkinder, ausländische Studenten, die hier in einer europäisch anmutenden Fußgängerzone so ziemlich alles finden, was das Shopping-Herz begehrt.
Außerdem herrscht seelige Ruhe hier. Total entspannte Atmosphäre. Da hol ich mir doch gleich noch einen Milchkaffee. Und mache weiter Schaufensterbummel

Was soll man da sagen? Alles da.

Ich hab in keinen Laden, außer den Apple-Store (das ist die Rückseite), reingeschaut. Ich vermute, in meiner Größe gibt's hier sowieso keine Klamotten.

Tolle Architektur, aber irgendwie, wenn da so wenig los ist, ein komisches Gefühl. Nicht unangenehm, aber komisch. Da ist die Hirschstrasse an einem Mittwoch nachmittag voller. Oder das Blautalcenter...

Ich gehe an der Gongren Tiyuchang Beilu weiter in Richtung Osten. Komme am ARD Büro vorbei. Nette Ansicht, das Bronzeschild.
ARD kommt einem sooooo weit weg vor. Aber noch vermissen wir die Tagesschau nicht. Kann man sich ja heutzutage alles täglich als Podcast von der ARD Internetseite ziehen, wenn man möchte.

Päuschen
Was ich schlafende bzw. dösende oder Nickerchen machende Chinesen sehe! Die können in allen Stellungen wegdösen. Beneidenswert!
Fahrer, die auf die Botschafterfrauen vor den Einkaufshäusern warten oder eben jener Herr, der auf und an sein Fahrrad gelehnt erst mal ein Schläfchen machen muss.

I'm walking...Ritan Park

Expedition:
Bin bestimmt 20 Km durch Beijing gepilgert heute. Zu Fuß gegangen, jedem, dem ich dann meine Runde erklärt hab, hat mich mit ungläubigen Augen angesehen. Ja, das war ein grooooooßer Spaziergang.

Ziel des Ganzen war, ich wollte mich hier in der Gegend ein bisschen besser auskennen, und ich wollte zu Fuß die nähere Umgebung von vier der angeschauten Wohnkomplexe begutachten.
Also eigentlich das machen, was ich schon am Montag machen wollte, aber leider viel zu schlapp dazu war. Und mir hilft es immer mich zu orientieren, wenn ich mal nicht die U-Bahn nehme. Außerdem sind die Details, wenn man zu Fuß unterwegs ist, einfach besser zu erkennen.

Ritan Park
Raus aus dem Hotel, in Richtung Westen zum Ritan Park, um erstmal diesen zu begutachten. Blick zurück zum Eingang.

Der Ritan Park ist im 1. Botchaftsviertel, das ist auch in der Nähe der Central Park Wohnanlage. Die Viertel, in denen die Botschaften stehen, sind nach Alter nummeriert. Das erste ist das Älteste und liegt ein paar Blocks östlich vom Tian'anmen, dem Platz des Tors des himmlischen Friedens. Die anderen beiden sind richtig weit im Nordosten der Stadt.


Zuerst dachte ich, hey, der Park ist, trotzdem er doch eher klein ist, bei Joggern sehr beliebt. Nachdem ich den Vierten Jogger gesehen habe, hab ich aber erkannt, das ist jedes mal derselbe. *lach*

Posing:
Werbebilder? Budo-, Judo- Fitnesstudio. Ich mach 'nen Schnappschuß vom Fotografen, der die zwei professionell fotografiert. Die Szene ist an einem Rand des Sonnentempels. Einem relativ großen runden Platz der von einer hohen Mauer eingefaßt ist. Für jede Himmelsrichtung wird diese Einfassung von Toren unterbrochen.

Oase der Ruhe
Der Ritan Park ist eine Oase der Ruhe, hier ist die Luft frisch, es fliegen haufenweise Vögel rum, ich setze mich auf eine Bank und lese ein bisschen im Reiseführer. Ist das schön hier.

Check
Es gibt ausreichend öffentliche Toiletten im Park, natürlich muss man das Papier selber mitbringen, macht aber nichts, ich bin vorbereitet. Es gibt sogar Seife und berührungslos funktionierende Wasserhähne. Sauber.

Sportlich
Der Chinese macht ja gerne frühmorgens Taichi und Qigong, tanzt auch schonmal Tango um sich fit für den langen Arbeitstag zu machen. Hier im Park kann man auch noch zwei Kletterwände, und zwar nicht die Kleinsten, finden. Ausserdem gibt's mal wieder eine Ansammlung von Fitnessgeräten, die auch hier und da in der Stadt zur freien Verfügung rumstehen.


In der Nähe zum Park wohnen ist keine dumme Sache.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Japanisch am Abend

Gut überstanden,
Den Medical Check. Das Jetlag aber noch lange nicht. Als wir gegen 12 wieder am Hotel abgesetzt werden, sind wir schon wieder so richtig müde. Meimeimei, dabei ist heute schon der vierte Tag hier, und ich fühl mich wie neu angekommen.
Wir stellen den Wecker auf 2h von hier an, und hauen uns ins frisch gemachte Bett. Nach einer Stunde wache ich auf und fühle mich nach Aufstehen. Kaffeedurst, so scheint es, hat mich geweckt. Arndt macht noch keinen Mucks.

Um Arndt nicht mit Tastengeklapper zu stören, packe ich mein Schleppi ein, schreibe ihm einen Zettel, und mache mich in Richtung Starbucks bei "The Place" auf, denn bei Starbucks kriege ich nicht nur Kaffee sondern immer auch kostenloses WLAN.

Fahranfänger:
Sich zum Affen machen sich nicht nur Nicht-Chinesen, wenn Sie chinesische Schriftzeichen auf dem Shirt tragen, nein, auch Chinesen können das recht gut. *lach*
Westliches ist hier in China schwer angesagt. Auch bei Autoaufklebern. Würd ja auch nicht so, dass es jeder versteht, auf mein Nichtfahrenkönnen aufmerksam machen wollen. *grins*

Starbucks am "The Place":
Und noch ca. 100 Mal in dieser Riesenstadt. Deswegen ist es auch nicht tragisch, dass es hier nur noch eine Beijing-Tasse gibt. Die diesjährige Kollektion ist sehr hübsch und hat keine Übertopf-Größe. Das eingesteckte Geld reicht für einen "Grand Latte" und die Tasse.
Bescheuert. Grande Caffe Latte, kurz: Grande Latte. Große Milch. So bescheuert. Wenigstens heisst er auf der ganzen Welt so. Und ist doch nur ein Milchkaffee. Aber lecker. Der tut richtig gut. Vielleicht stell ich irgendwann auf grünen Tee um, aber heute noch nicht.

Akku alle:
Aber nur mein Schleppi, meinem inneren Akku hilft der Kaffee hervorragend. Die einzige Steckdose in meiner Reichweite ist leider schon besetzt, von der Frau die grad noch ihr Wasser über ihren Schoß, ihren Rucksack und auf die Sitzbank gekippt hat. Ich konnte ihr mit Tempos helfen. Und diese winkt und lächelt mir jetzt zum Abschied freundlich zu. Ich kaufe für Arndt noch einen Milka "to go", den hat er grad noch über E-Mail bestellt, und gehe zurück ins Hotel.

Noch eine Runde arbeiten für Arndt, ich versuch endlich den Wohnungsmarathon zu beschreiben, damit wir nicht alles völlig vergessen. Und dann geht's auch schon los zum heutigen Abendprogramm.
Der Plan ist, zuerst bei Arndts Kollegen die Wohnung im Central Park (Tower 13, 10. Stock, App. No. 1007) anzuschauen, und dann gemeinsam zum Japaner zum Essen zu gehen.

Housing Policies:
Nach der Wohnungsbesichtigung - Ja, wir wollen auch einen richtigen Balkon und eine solche Küche! - setzen wir uns zu den Anderen an den großen Eßtisch. Zu Besuch sind auch die Schwester des Gastgebers mit Freundin, und ein Kollege aus England. Lauter nette Menschen.

Arndts Kollege und seine Frau sind im September 2007 nach Beijing gezogen, damals galt noch die alte "Housing Policy". Bei ihnen ist vieles, was wir extra bezahlen sollen, in der Miete integriert:
  • Hausmädchen, das 3 Mal die Woche saubermacht,
  • Parkplatz und nächtliches Autowaschen (Jeep Cherokee, da gibt's einen Nachtarbeiter, der jede Nacht das Autos wäscht, aber wir werden im Hotel aufgefordert, was ja auch total OK ist, aus umweltschutzgründen, die Handtücher mehrmals zu benutzen. Schizo.),
  • Fitness Studio,
  • Hausverwaltungskosten,
  • Sat TV,
  • Breitband Internet,
  • Heizung (Heizperiode ist 15.11. bis 15.04. Kann es in D nicht auch so kurz sein, Bitte?
Nur Gas, Wasser, Strom und Telefon gehen noch extra. Tja, dann sind wir mal gespannt, die Sachen kosten hier soviel oder mehr als in D, und wenn wir nicht aufpassen, dann zahlen wir für die Nebenkosten hier soviel wie für die Miete in unserer schnuckeligen Dachwohnung in ULm. Dabei sind das Hausmädchen und der Autowäscher noch die billigsten Posten.

Ulmer in Beijing
Die Mädels trinken Weisswein aus Chile. Die Jungs trinken gutes chinesisches Tsingtao Bier (gebraut nach deutschem Rezept) aus zwei gläsernen Gold Ochsen Krügen und einem Porzellankrug mit Zinndeckel auf dem "Ulm" steht und das Münster abgebildet ist. Wie seltsam, diese Krüge hier auf dem Tisch zu sehen.
Bier trinkt man hier im Lande ansonsten meistens aus winzigen (die Russen würden Wodkagläser sagen) Gläsern, und es werden halt soviele Flaschen bestellt, wie es Sinn macht, und dann der Inhalt auf alle Gläser verteilt, dann ordert man mehr Flaschen nach, wenn die Gläser leer sind.
Der Trinkspruch ist "Ganbeí!" und heisst soviel wie "Mach es trocken" (das Glas). Ich muss sagen, das geht auch leichter, wenn das Glas kleiner ist. *grins*

Ausflüge, die man schnell noch machen sollte:
Arndts Kollege wird mit seiner Frau und dem Besuch morgen eine Yangtse Tour machen. Sollte man auch tun, solange die große Talsperre, bzw. der See, den sie dann verursacht, nicht das ganze, schöne und berühmte Tal mit Landschaft und Tempeln für die Fische zugänglich macht.

Aber jetzt mal schnell zum Essen gegangen, das norwegische Vorglühen macht uns alle richtig hungrig.

All you can eat und mehr: Der Japaner der Wahl ist im dritten Stock eines Bürohochhauses in der Cho Wei Strasse. Wenn man den Tisch von Nokia aus reservieren lässt (Assistentin macht das dann) dann bekommt man auch noch 10% (oder waren's 20? weiss nicht mehr) Rabatt.
Es gibt all-you-can-eat-Buffet mit kalten und warmen Sachen und Bier in großen Krügen (gezapft). Wir bestellen auch noch verschiedene Dinge von der heissen Platte, die uns der Koch am Tisch zubereitet.

Das ist DEFINITIV das leckerste japanische Essen, das ich jemals hatte. Naaaaa gut, Sooooooviele hatte ich auch noch nicht. *grins* Trotzdem. DEN muss man sich merken.

Auch wenn ich mich nicht so recht mit dem zum Buffet dazugehörenden Krebs anfreunden kann. Das wenige Fleisch, das drin ist, schmeckt fein. Hinterher erstmal Händewaschen. Immerhin hab ich kaum fremde Hilfe (Danke, Arndt!) benötigt, um den ersten Aufbruch zu machen. Andere, ich will jetzt keine Namen nennen, liessen sich das Teil von der Bedienung mit Plastikhandschuhen aufbrechen.

Weiterhin gibts Rindfleisch, Jakobsmuscheln, Fischfilet, große Krabben. Alles auf den Punkt gegart und oberlecker. Wir bestellen soviel nebenzu, dass ich keinen Platz mehr habe, um, ausser noch eine Portion rohen Thunfisch, vom Buffetangebot zu nehmen. Der Thunfisch ist so zart, der schmilzt auf der Zunge. Jo. Sollte mal jemand nach Beijing kommen, Hado rockt!

Und als wir bezahlen, finden wir, das müssen wir auf jeden Fall wieder machen, 180 RMB pro Person, wie geht denn das?

Welcome home:
Nachdem wir den Yangtse-Bootsfahrern einen schönen Kurztrip gewünscht haben, und einem schönen, kurzen Nachtspaziergang, heisst uns unser Zimmer willkommen. Der Abendboy war da, und hat es uns gemütlch gemacht.
Wir öffnen noch das um die Ecke, im Kiosk unserer Wahl, gekaufte Bier, schalten HBO ein und trinken unsern Nachttrunk im Bett.
Gute Nacht.

Medical Check am Vormittag

Waaaaaah! Will nicht aufstehen.
Der Wecker klingelt schon wieder viel zu früh. Wir haben beide schlecht geschlafen. Dieser medizinische Check steht heute an. Mir ist schon etwas seltsam zumute bei dem Gedanken, mich hier in China an einem "aaah, is no hospital, is special place" von irgendwelchen chinesischen Ärzten an einem "speziellen Ort" untersuchen zu lassen. Arndt geht es nicht viel besser, aber da müssen wir heute wohl durch.

Special Place:
Um acht wartet der chinesische Student in der Lobby vom Hotel auf uns. Ein toller Studenten-Job muss das sein, die Expats von Nokia vom Hotel abzuholen (Wagen mit Fahrer, natürlich) und zum "speziellen Platz", 30 km von der Innenstadt entfernt, zu bringen um sie dann dort durch die verschiedenen Teststationen zu lotsen.
Der "spezielle Platz", ist ein mittelgroßes, graues Steinhaus, das von Soldaten, Kameras und einem hohen schwarzen Zaun bewacht wird. Sozialistischer Baustil. Chinesischer CIA-Hauptsitz? Geheimes Versuchslabor? Wie heisst der Geheimdienst hier? Egal, da geht's jetzt rein.

Fragebogen:
Zuerst müssen wir den Gesundheitszustands-Fragebogens ausfüllen. Haben oder hatten wir AIDS, Gelbsucht, Furunkel, offene Tuberkulose, Lepra.. usw.

Sicher, da macht bestimmt JEDER, der davon irgendetwas hat oder hatte, in der "Ja"-Spalte ein Kreuz! Noch haben wir unseren Spaß.

Dann Schlangestehen bei der Anmeldung. Wir werden mit einer Webcam fotografiert. Warum, zum Henker mussten wir eigentlich haufenweise Passbilder anfertigen lassen, wenn die hier eh ein Foto machen?? Egal, es geht weiter.
Nach der Anmeldung, gleich nochmal anstehen, diesmal in der Bezahlschlange. Unser Helfer drängelt sich gekonnt vor, und alles geht zügig ohne Hast.

Also, so geht das hier:
1. Fragebogen ausfüllen,
2. Anmelden,
3. Bezahlen,
4. Quittung entgegenehmen,
5. Untersuchungen machen lassen,
6. Laufzettel und 4 (Arndt, ich nur 3) Passbilder abgeben.
Erst bezahlen, dann Untersuchungen geniessen. Na Bravo.

Der Namenlose:
Wirklich schön, dass wir jemanden dabei haben, der Chinesisch spricht. Sein Englisch reicht für das Notwendigste. Stell ihm bloß keine Fragen warum und weshalb, die versteht er erstens nicht gleich, zweitens hat er keine Antworten darauf. Die Hintergrundinformationen kriegen wir also nicht, aber alles in allem war der Gute schon in Ordnung und uns auch eine kleine Hilfe. Leider hab' ich seinen Namen vergessen.

Ohne ihn hätten wir sicherlich doppelt solange für diese Sinnlosprozedur benötigt, und so verunsichert und unschlau aus der Wäsche gekuckt, wie die anderen Schafe hier. Wir kommen uns vor, wie Schlachtvieh , dass auch nicht gesagt kriegt, was hinter der nächsten Tür wartet.

Waaaaaaah!
Ich mach den Anfang, und das ist dann auch gleich die Blutentnahme. "Venous blood samples room" oder sowas Ähnliches steht unter den chinesischen Zeichen an der Tür.
Noch bevor ich richtig drin bin, krieg ich schon 'ne kleine Panikattacke, bilde mir ein, ich verblute gleich am staubigen Stadtrand in Beijings Alien-Testlabor. Die hinter einem Tisch sitzende Ärztin hat einen weissen, riesigen Mundschutz umgebunden. Waaaaaaah! Ich kann nur ihre Augen sehen. Angst. MARION!!!!!!! Hilfe!!!!! Mach Du das, bitte!!!

"The quality of doctors is veeeeery good here!",
versichert mir unser Helfer. Leider beruhigt mich das überhaupt nicht, im Gegenteil. Arndt und er kommen mit ins Zimmer, ich nehme Platz, strecke meinen Arm über den Tisch. Arndt legt mir beruhigend seine Hände auf die Schulter. Rechts an einem anderen Tisch sitzt auch schon jemand.
Ich schaue auf meinen Arm, sehe wie sie mit einer diesen gelblichen Plastikschläuche meinen Arm abbindet, soll eine Faust machen, sie tupft viel braune Jodlösung auf meine Amrbeuge und kramt eine verpackte Nadel aus, ich muss schnell wieder wegschauen.

Aderlass:
Aber dann hat die Nadel nur einen winzigen Durchmesser und die Blutabnahme ist eher in der Mikrolitermenge einzuordnen. Ich merke überhaupt nix. Mensch, Leute! DIE Menge könnt ihr auch haben, wenn ihr mir einfach in den Finger stecht! Deswegen braucht man doch nicht die Vene anzapfen!

Ich sag ja, das mit dem Bungee-Jumpen ist reine Geldverschwendung. Adrenalinausschüttung kriegt man hier in Beijing täglich, für wenig bis gar kein Geld.

Arndt ist nach mir dran, sein Arm reicht soweit über den Tisch, dass die Ärztin echte Probleme hat an die Zapfstelle zu kommen, ist schon fast witzig, der Anblick, ich revanchier mich mit meinen Händen auf seinen Schultern.
Für den winzigen Stich kriegen wir ein Pflaster wie in D nach der Halbliter-Blutspende.

X-Ray:
Dann geht's zum Röntgen. Arndt verweigert, Recht hat er! Hätte ich auch machen sollen, der Schutzmantel ist nur in Unterhosenform. Und wenn ich das mal beschreiben soll, es ist eher ein kleiner Slip, keiner dieser großen Feinripp-Liebestöter.

Klar gibt das ne mittlere Diskussion, als er klarmacht, dass er diese "Untersuchung" nicht machen lassen will, sie sollen ihm doch erstmal einen Grund dafür nennen. Aber erklären, warum sie den Oberkörper röntgen wollen, kann oder will uns niemand.

Unser Helfer sagt, "Das muss aber.", Arndt sagt "Warum?", Helfer wieder "Gehört zum vollständigen Medical Check dazu und muss gemacht werden!", Arndt "Das ist kein Grund für mich, was wollt ihr denn dabei feststellen? Ich denke, das kann man auch anders checken!".
Unser Helfer diskutiert heftig mit den Ärzten. Es gibt immer noch keine Erklärung für uns. Ich ärgere mich, dass ich drin war. Arndt sagt bestimmt Nein, er lässt sich hier jetzt nicht röntgen. So. Die kucken komisch. Ich bin sehr stolz auf ihn!
Und als er dann sagt, er schickt seine Bilder vom Juni (Rippen- und Schädelbruchaktion) ein, können wir weiter zur nächsten Station.

EKG:
Meins sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder? *grins* Diesen Zettel dürfen wir für immer behalten.

Kuckstu hier!
Zum lächerlichsten Sehtest dieser Erde müssen wir auch noch: mit der Hand das rechte Auge zuhalten, die Frau im weissen zeigt mit einem langen Bambusstock auf die Wand mit den Zeichen: "E ... W ... M ... 3."
Mit der Hand das linke Auge zuhalten. Der Bambusstock wird wieder geschwungen: "E ... W ... M ... 3.".
Supi, fertig. Weiter geht's. Schluck. Auf der Tür steht "Surgery Room". Chirurgie. Schluck nochmal.

Surgery Room:
Wiedermal zu früh gepanickt. Das ist nicht die lebende Organentnahme, hier wird nur gewogen und der Blutdruck gemessen. Scheint bei uns beiden OK zu sein, der vermummte Arzt schaut mich nur, nachdem er auf die Waage gesehen hat, erstaunt an. Ich sage "All muscles" (Alles Muskeln, was glaubst Du denn?) und grinse.
Jetzt müssen wir nur noch unseren Laufzettel mit den Arztunterschriften abgeben (unser Helfer macht das natürlich wieder, während wir am Rande warten) und dann mal nix wie raus hier.

Wir haben fertig
Endlich wieder draussen, der Wagen wartet schon. Es geht zurück ins Hotel. Das wäre überstanden! Es ist kurz vor elf.
Insgesamt gesehen, eine recht bescheuerte und sinnlose Aktion, die man sich da antun "muss".

Heim ins Hotel:
Auf dem Weg zurück in die Stadt kommen wir am Roten Kreuz Blutspendezentrum vorbei. Alles klar, dann wissen wir auch wo das ist. Ich will so schnell aber keinen Arzt mehr sehen.

Montag, 13. Oktober 2008

Das etwas andere Frühstück und ein kleiner Stadtspaziergang


NIEHA (Guten Tag) China World Trade Tower III:
Mit Betonung auf beiden Silben und einem leichten nasalen A am Ende, von wegen ha-o, das O verschlucken die großzügig. Beijing-Slang, vermute ich und meine: je weniger dieser Laute in einem Wort sind, desto besser.
Dass wir auf eine der zahlreichen Business District Großbaustellen schauen, wenn wir den Vorhang unseres Hotelzimmerfensters zurückziehen, habe ich ja schon erwähnt. Hier kann jetzt jeder diesen tollen Anblick mit uns teilen und die ersten paar Stockwerke des größten Turms hier in der Gegend bei Nebel (es wird uns mehrmals versichert, das sei kein Smog) bewundern. *grins*

Arndt muss heute zum ersten mal ins Office. Der neue Nokia Campus liegt ein gutes Stück südlich von hier, in einem von Beijings Donautälern (:-), wenn das nicht spannend ist. Und die Zeitverschiebung macht uns ganz schön zu schaffen. Eigentlich ist es für uns noch mitten in der Nacht, hier ist aber schon seit 2h Geschäftszeit, da der Chinese an und für sich ein Frühaufsteher, Langarbeiter und zeitig ins Bettgeher ist.

Aber erstmal ab zum Frühstück. Meine Verdauung ist auch noch richtig müde. Ich werde heute mal chinesisch frühstücken, vielleicht kurbelt das ja die Darmtätigkeit an. *grins*

Mein Plan ist, nach dem Frühstück zu Fuß den CBD und vor allem die gestern besichtigten Central Park Appartmenthäuser und die Gegend drumherum zu erforschen. "Ist das schön da auf dem Monde, Wackeldackel, oder ist das nicht schön da auf dem Monde? Und vielleicht komm ich am Nachmittag dazu das auch bei den anderen besichtigten Wohnungen zu machen. Irgendwie müssen wir anfangen, die möglichen Wohngegenden näher zu erkunden. Die Woche ist echt verdammt kurz.

Nudelsuppe, Tee-Ei und gedämpfte Hefeklößchen:
Beijing ist ja bekanntlich eher im Norden von China und wurde zu Dynastie-Zeiten (Ming, Ding, Yang, wie auch immer..) die nördliche Hauptstadt genannt. Damals gab es auch noch für jede Himmelsrichtung eine Haupstadt. Im Norden von China ist Reis nicht so wirklich angesagt. Und hier in der nördlichen Hauptstadt sind die Nudelmacher maßgebend beim Aussehen der typischen, regionalen Gerichte. Und das wirkt sich dann natürlich auch auf's Frühstück aus.

In unserer Frühstücks-Suppe schwimmen heute dicke Gelbe Nudeln, Fischklößchen in zwei verschiedenen Ausführungen, Surimi (das ist gepresstes und einseitig rot eingefärbtes Krabbenfleisch, Meister des Fassadenbaus allesamt hier.), Kohl und in Streifen geschnittene Pilze. Dazupacken kann man sich Sojasoße, Chilisoße, Frühlingszwiebelchen, Koriandergrün, Chilischotenscheibchen. Ich hau mal von allem ein bisschen rein. Ja, seeeehr seeeehr lecker, daran könnte ich mich gewöhnen. Ich, die sonst vor 10 Uhr morgens nichts isst. Muss daran liegen, dass mein Jetlag-gebeutelter Körper diese Mahlzeit heute wohl eher als Mitternachtsimbiss sieht.

Tee-Eier, sehen aus als ob sie ungenießbar sind. Sie sind aber nur in einer Sojasoßen-Wasser-Teemischung gekocht. Die Schale wird angeknackst, so dass die ganze hübsche dunkelbraune Soße auch das Eiweiß ca. 3 mm dick eifärben kann. Schmeckt würzig, aber sonst wie ein normales gekochtes Ei. Alles nur für's Auge.
Der Hefekloß ist mal gefüllt, und mal nicht. Heute sind sie nicht gefüllt, eher neutral, ich ess sie zum Ei, könnte sie aber genausogut mit Marmelade bestreichen. Nach diesem Frühstück, viel Saft und Tee sind wir pappsatt, und Arndt muss auch so langsam mal los, sagt tschüß und nimmt ein Taxi ins Büro.
Ich will ja auch gleich mal los, kaum zurück auf dem Zimmer überfällt mich jedoch ein Schlafanfall und ich muss erstmal ins Bett. Vorher schaff ich noch, das "Bitte nicht stören"-Schildchen aussen an die Tür zu hängen, da ich vorher auf dem Flur schon die Wägen der Zimmermädchen entdeckt habe, und echt nicht gestört werden will.

Nach dem 2h-Schläfchen bin ich zwar auch nicht fitter, aber ich kann ja nicht ewig in der Deutschland-Zeit hängen, während hier schon der Nachmittag anbricht. Also, raus aus den Federn, nochmal frisch machen und siehe da. Suppe am morgen erleichtert ungemein. Es kann befreit und leichtfüßig in die Stadt gegangen werden. *freu*

Zum Central Park Wohnkomplex ist es echt nicht weit, ich gehe ziemlich langsam, starre die Menschen und Gebäude an und brauch grad mal 15 Minuten. Das Café mit dem Illy-Schild im Fenster entdecke ich auch gleich, ach ja, so ein richtiger Milchkaffee zum Aufwachen wär echt nicht schlecht. Wie nicht anders erwartet, spricht hier alles Englisch, ich fühl mich gar nicht wie in China, bekomme einen phantastisch duftenden Milchkaffe im Mitnehmbecher, reiche 25 RMB rüber und setze mich schliesslich raus auf eine Bank in einer der Grünanlagen.

Als es anfängt zu tröpfeln starte ich in Richtung "The Place". DER Platz, echt wahr. Das Neueste in Beijings zahlreichen Einkaufstempeln mit der größten LCD-Leinwand der Welt, die den gesamten Platz der Länge nach überspannt. Absolut angesagt. Rolex, Nike, noch ein Starbucks Coffee Shop, westliche Restaurants, Smoothie-Bar, you name it, they have it. Höher, schneller, weiter, alles für's Auge. Bei Tag schon ein krasser Anblick, bei Nacht kaum zu beschreiben.
Ich gehe die angrenzende breite Dongdaqiao Straße in Richtung Norden weiter und habe bald mein erstes 8-spurige-Strasse-überqueren-als-Fußgänger-Erlebnis. Tschagga! Gut, dass ich an den kleineren Straßen (4-spurig) schon geübt habe, und Arndt mir immer wieder eingebleut hat, ich soll die Fußgänger-Ampeln ignorieren, mit den Einheimischen mitlaufen, auf die Rechtsabbieger, Fahrradfahrer und Elektrobike-Fahrer IMMER gesondert achten.

Es klappt hervorragend. Keiner hupt mich an, obwohl ich mittlerweile weiss, dass vor allem für die Chinesen die Hupe erfunden wurde (Sorry, Italien ist ja so leise dagegen!). Hupen muss man ca. alle 2 bis 3 Minuten als Taxifahrer. Es ist aber auch eher eine Art auf sich aufmerksam zu machen, als seinen Unmut über irgendwas kundzutun. "Aaaachtung, hier kommt was!"
Bspw. hupen Moped- und Autofahrer, wenn sie nahe an Fußgängern vorbeifahren, oder um diese am Zebrastreifen, über den das Fußvolk gerade in Massen geht, auseinander zu treiben. Und ich dachte, der Zebrastreifen ist der Strassenbereich in dem die Fußgänger Vorfahrt haben. Ha, selten so gelacht. Das gilt hier nicht. Macht aber nichts, der Beijinger braucht weder Zebrastreifen noch Fußgängerampel um eine Strasse zu überqueren.
Das geht dann ungefähr so:
Schau genau auf den Verkehr, halte nach einer Lücke Ausschau, dann geh zügig los, bleib zwischen den Fahrbahnen stehen (huuuuup), bei einer weiteren Lücke, geh zügig weiter bis zur Mitte (huuuup), schau in die andere Richtung, bei einer Lücke, geh weiter (huup) usw., bis du auf der gegenüberliegenden Seite angekommen bist. Großartiges Erlebnis! Bungee-jumping brauch ich echt nicht. Ich lauf einfach durch Beijing. Die Steigerung ist vermutlich Radfahren. Aber mir reicht heute erstmal der kleine Spaziergang.

Als ich links, nach Westen in die Chaoyangmennei Dajie einbiege, entdecke ich neben dem Mac einen Supermarkt, geh rein, endlich mal nur chinesisch beschriebene Verpackungen. Das Keksregal sieht interessant aus. Ich kaufe aber zwei Tsingtao (Bier) und ein großes Wasser, betrete die angrenzende Bäckerei. Mal sehen was es hier so gibt.

Bunte Torten, ob die auch so süß schmecken wie sie aussehen? Keine Ahnung, ich kauf zwei salzige Teilchen und zwei süße Stückchen noch dazu (denke ich, *lach*). Eins der salzigen esse ich gleich draussen, lecker, den Rest hab ich zusammen mit den Bierflaschen und der Wasserflasche in einer dieser dünnen Plastiktüten, die man bei uns auch kriegt, und in die ich sonst Tomaten im Supermarkt reinlade...

Hier steht noch der Rest eines alten Stadttores zwischen den glänzenden modernen Bauten, gegenüber ist ein Tempel.

So langsam wird es schon dunkel und ich beschliesse umzudrehen um langsam ins Hotel zurück zu gehen. Genug gesehen für heute. Hab zwar mein Plansoll überhaupt nicht erfüllt, aber das war immerhin schonmal was. Das Jetlag und der gestrige Tag machen Spazierengehen ganz schön anstrengend. Und später wollen wir ja noch irgendwo einen Happen essen gehen.

Kurz bevor ich im Hotel ankomme, kracht mir noch mitten auf der einen großen Strasse der Henkel und der Einkauf reisst mir aus der Hand und fällt auf den Beton. Eine Bierflasche zerbricht und neben mir schäumt es aus und in der Tüte. Na bravo, nur noch ein Bier übrig. Das zweite salzige Ding kriegt ein komplettes Bierbad, die zwei vermeintlich Süßen Teile überleben, da sie besser in Plastik eingewickelt sind als die Schinkenstange. Egal, ich hab genügend Klopapier dabei um die übriggebliebenen Teile sauberzumachen, jetzt passt auch alles in meine Umhängetasche, die reisst wenigstens nicht. Schade nur, dass Arndt die Schinkenstange nicht kosten kann.

Er kommt dann auch gleich nach mir im Hotel an, und versucht eins der süßen Teile. Ha, es stellt sich heraus, das ist ein Ei (keine Aprokose!) in der Mitte des Sandwichs und das obendrauf sind keine Streusel sondern Mais mit irgendwas überzogen. Meister des Fassadenbaus, auch die Bäcker hier. Wir lachen herzlich, Arndt will auch viel lieber einen herzhaften Snack, bevor wir unser Nickerchen machen. Dann passt ja alles, zusammen mit dem Apfel und der Nashi ist das auch fast schon ein komplettes Essen.

Trotzdem zieht es uns noch in die Stadt. Die Show am Platz muss man auch mal ansehen. Die spinnen, die Chinesen. Wir schauen uns die Show bis zum Ende an, sind nur noch 10 Minuten. Nackenstützen wäre von Vorteil.

Wenn grad keine Wale über einem vorbeiziehen, dann fliegen, wie links, Glückslaternen in den Himmel..

...oder man kann eine Art Meteoritenzusammenprall beobachten. Das Ganze wird von lauter und pompöser Musik begleitet. Wir staunen.

Schliesslich gehen wir weiter in Richtung 1. Botschaftsviertel, in die nördliche Ritan Road, durch das Russenviertel. Nein, uns ist nicht nach Russisch, wir sind ja schliesslich in China. Abe gleich danach kommt auch schon ein chinesischer Imbiss, der Spiesschen und Nudeln serviert, wie wir auf den Tischen der innensitzenden Chinesen beim an die Theke gehen beobachten können.

Ich bin dran mit bestellen. Gar nicht so einfach, wenn die Karte hinter der Theke an der Wand wiedermal nur diese hübschen Zeichen listet, keine Bilder, nur chinesische Schriftzeichen (Pinying, wo bist du??). Die dabeistehenden Preise sind jedoch allesamt unter 20 RMB, so dass es echt egal wäre, wenn das Bestellte ungeniessbar ist.

Also, munter das Handzeichen für "6" gemacht, und auf Deutsch bestellt: "Ich hätte gern 6 dieser Spiesse, die der Mann da drüben am Tisch hat" (is ja wurscht, die Kleine hinter der Theke kann weder Englisch noch Deutsch und ich kein Chinesisch, da kann ich auch einfach Deutsch sprechen.). Mit dem anderen Arm zeige ich in Richtung diesem Mann und seinen Kebab-Spießen. Sie fragt mich was auf Chinesisch. Ich zeige "2" und sage "Sechs Stück reichen, und noch zwei Bier dazu bitte." Mein freier Arm zeigt nun hinter die Theke zum Glastürenkühlschrank in das Fach, wo die grünen Flaschen liegen. Klappt. Zumindest schreibt sie was auf legt den Zettel in die Küche, holt zwei Bier raus, stellt sie uns hin und tippt den Preis in die Kasse. 12 RMB. Bitte? Echt, oder was? Hab ich Luft zu den Bieren bestellt?? Ich zahle, sage "Xiéxie" und wir setzen uns und trinken erstmal was.
Kurze Zeit später werden die Spießchen an denTisch gebracht, eigentlich holt man sich die an der Theke ab, aber wir werden bedient. OK, wir haben Spießchen und Bier, ist ja schonmal ein Anfang. Aber ich will auch noch was von dem eingelegten Gemüse und so ein Nudelgericht könnten wir uns auch noch teilen.

Also, meine nächste Bestellrunde beginnt, zurück an die Theke. Weil ich grad nen Lauf hab, schaff ich es tatsächlich (ich wundere mich heute noch) ein gemischtes Gemüsetellerchen und eine Rindfleischsuppe zu bestellen, die wir auch wieder an den Tisch gebracht kriegen. Dies kostet uns nochmal 21 RMB und ist äußerst lecker. Nachdem wir, untypisch für hier, alles aufgegessen haben, die zwei Bierchen geleert sind, kommt auch rompt diese unglaubliche Müdigkeit wieder.

Wir gehen langsam zum Hotel zurück. Das war ein sehr interessanter Tag. Da muss man erstmal schlafen, denn morgen haben wir ja diesen ominösen "Medical Check" (die ärztliche Untersuchung, die man machen muss, wenn man ein Nicht-Touristenvisa haben will). Wir sind gespannt.